
Newsletter 11/25: Bitcoin-Crash & EU-Sustainable Finance Verordnung
Passend zu meinem Aufruf zu mehr Contenance hinsichtlich der langfristigen Renditeerwartung am Aktienmarkt in meinem Oktober-Newsletter ging es an der Börse diesen Monat um ca. 3 % bergab. Wesentlicher Grund sind Sorgen über eine "KI Blase" am Aktienmarkt. Die absurden Kreis-Geschäfte zwischen Chip-Entwickler Nvidia, Cloud-Riese Oracle und KI-Start-ups wie OpenAI habe ich letzten Monat schon thematisiert.
Gleichzeitig ließ Bitcoin alle Gewinne des Jahres liegen und kratzte an einem neuen Jahrestiefstwert. Das zeigt mal wieder, wie turbulent der Kryptomarkt ist - aber auch dass Diversifikation hier kaum einen Vorteil bietet, da in Bärenmärkten andere Kryptowährungen oft noch stärker verlieren.
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Um die unter euch, die investiert sind, ein wenig zu beruhigen: Am Freitag drehte sich bei Bitcoin-ETFs der Trend mit mehr Zuflüssen als Abflüssen. Bemerkenswert ist, dass das das höchste Handels-Volumen in der Geschichte der Bitcoin-ETFs (seit 2021) markiert. Und wenn viele Akteure an einem Markt aktiv sind, ist das ein Reifezeichen für diesen Markt.
Weiterer Beruhigungsfaktor wäre der "True Market Mean": Dies ist das Maß für den durchschnittlichen On-Chain-Kostpreis aller aktiv gehandelten Coins und wird ähnlich wie bei der Fundamentalanalyse einer Aktie oft als "fairer Wert" des Bitcoin bezeichnet. Dieser beträgt 82.500 USD. Professionelle Marktteilnehmer interpretieren das als Stabilisator für den freien Handelskurs (aktuell 87.000 USD).
Bei all der Turbulenz erlebt der Ansatz des Value Investing gerade großen Zulauf. Hier setzen Investoren weniger auf wachstumsstarke Tech-Aktien, sondern eher die "langweiligen" Geschäfte wie Stromversorger, Versicherungen oder Pharma. Diese schütten aus den Unternehmensgewinnen laufende Dividenden aus, statt nur weiter auf Wachstum zu setzen. Ein Beispiel ist der Van Eck Developed Markets Dividend Leaders (keine Anlageempfehlung).
Ebenfalls Mittel gegen diese Turbulenz - insbesondere bei größerem Anlagevermögen - ist ein antizyklisches Risiko-Management. Das Konzept basiert auf Finanzwissenschaft aus den 1970er Jahren - der gleichen Epoche, in der auch ETFs ihren Anfang nahmen. In meinem letzten Webinar habe ich es genauer erklärt. Schau dir gern noch die Aufzeichnung an:
Neuerung: EU Sustainable Finance Offenlegungs-Verordnung
Die EU-Kommission hat einen Vorschlag zur Überarbeitung der Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR) vorgelegt, mit dem Ziel, die Transparenz regeln zu vereinfachen und Greenwashing besser einzudämmen. Damit werden die bisherigen Artikel 8/9-Regimes abgeschafft zugunsten von drei neuen Produktkategorien:
Sustainable ("nachhaltig") – sehr ambitionierte ESG-Ziele
Transition – Produkte, die aktiv den Wandel fördern
ESG Basics – breites ESG-Spektrum, aber weniger strenge Kriterien
Für alle drei Kategorien wird ein Mindestanteil von 70 % des Portfolios benötigt, der mit der jeweiligen Nachhaltigkeitsstrategie im Einklang steht – gleichzeitig gibt es klare Ausschlusskriterien (z. B. fossile Energien, kontroverse Waffen).
Nur Produkte, die eine der drei Kategorien erfüllen, dürfen ESG-Behauptungen in Namen oder Marketing verwenden – ein klarer Schritt gegen Irreführung von Investoren ("greenwashing").
Meine Meinung:
Positiv! Das könnte die ESG-Produktlandschaft in Europa deutlich übersichtlicher machen und vor allem Privat-Investoren die Wahl erleichtern und gleichzeitig die Regulierungs-Hürden für Anbieter senken.
Im Podcast: Photovoltaik-Investment mit "IAB"
Die persönliche Steuerlast um bis zu 200.000 € reduzieren - der "IAB" klingen fast zu schön, um wahr zu sein. Was hinter dem Investitions-Abzugs-Betrag steckt und wie man ihn bei der Geldanlage nutzen kann, darüber spreche ich im Podcast mit dem Gründer eines Anbieters für Investitionen in PV-Anlagen (für Spotify Bild klicken):

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