bAV für Geschäftsführer - Strategische Überlegungen & Marktvergleich 2026

15.07.2026

Deine GmbH schreibt stabil Gewinn und du bist dem Thema betriebliche Altersvorsorge begegnet? Dieser Beitrag unterstützt dich bei der Entscheidungsfindung und bezieht dabei auch strategische Überlegungen ein. Denn wenn auch ein Verkauf der Firma in der Zukunft in Betracht kommt, verändern sich die Dinge wesentlich und eine Entscheidung, die heute optimal ist, kann in 10 Jahren unbequem werden.

Der übliche Set-up

Zunächst solltest du dir ein ordentliches Gehalt auszahlen. Das ist vollständig als Betriebsausgabe absetzbar und sozialversicherungsfrei, solange du beherrschender Gesellschafter bist. Zudem stellt das auch die Bonität deiner natürlichen Person sicher und du kannst privat Immobilien zur Kapitalanlage kaufen. 

In den meisten Fällen empfiehlt es sich, zumindest auf 65.000 Euro zu versteuerndes Einkommen zu kommen mit einem Grenzsteuersatz von 40 %. Günstiger und unkomplizierter bekommt man Geld kaum aus einer GmbH. Nach typischen Sonderausgaben-Abzügen entspricht das einer Auszahlung von ca. 70.000 Euro im Jahr. Kommen Immobilien dazu, ist deren Abschreibung dazuzurechnen. 

Existiert eine Holding, kann der Gewinn darüber hinaus als Gewinn hochgezogen werden. Hier beträgt die Steuerlast aktuell ca. 30 % Steuerlast, ab 2028 wird das schrittweise auf 25 % sinken. Dort kann in einem Depot in Wertpapiere investiert werden. Aufgrund der nahezu vollständigen Steuerbefreiung von Veräußerungsgewinnen bietet sich eine Einzelaktien-Strategie an. Dafür braucht es allerdings auch den richtigen Steuerberater an der Seite, damit die Kosten der Steuererklärung nicht explodieren. 

Doch dann ist das ganze Kapital in der Holding gebunden. Ausschüttungen sind erneut mit 25 % als Kapitalerträge zu versteuern. Zwar kann die teilweise Steuerstundung (erst nur 30 bzw. 25 % bei Ausschüttung in Holding, statt 40 % bei direkter Auszahlung) bei renditereicher Geldanlage trotz erneuter Versteuerung letztendlich effektiver sein, besser noch wäre aber eine vollständige Stundung - und da kommt die betriebliche Altersvorsorge ins Spiel. 

Das Versprechen der betrieblichen Altersvorsorge 

Bis 676 Euro monatlich darfst du dir zusätzlich zu deinem Gehalt steuerfrei in drei der fünf Durchführungsformen der bAV aus deiner operativen GmbH zahlen. Am einfachsten - und daher sowohl nur für den GF selbst, aber umso mehr, wenn die bAV auch für Mitarbeiter offenstehen soll, ist die Form der Direktversicherung. 

Wir sind generell erstmal keine Fans von Versicherungen bei der Geldanlage. Nur wenn sich deren übliche Nachteile durch präzise Vertragsgestaltung vermeiden lassen, können Sie bei konkreten Problem sehr effizient sein. Und so auch hier: Denn während bei einer privaten Rürup-Rentenversicherung, die sogar bis gut 2.500 Euro monatlich steuerfrei bespart werden kann, erlaubt die bAV bei Renteneintritt die einmalige Auszahlung von bis zu 30 % des Kapitals. 

Warum ist das interessant? Weil bei der Umwandlung des Rentenkapitals in eine lebenslange Rente, Versicherer immer unrealistisch hohe Lebenserwartungen ansetzen und statistisch oft doch nur 2/3 des Kapitals tatsächlich jemals ausgezahlt wird. Die bAV Direktversicherung löst das Problem teilweise, aber nicht ganz. 

Weitere Überlegungen - Unternehmensverkauf

Dazu kommt, dass deine GmbH nicht unbedingt bis zu deinem Renteneintritt bestehen bleiben muss. Vielleicht verkaufst du auch einfach nur deine Anteile. In dem Fall kannst du die Direktversicherung zwar privat fortführen, hast dann aber nicht mehr die gleichen Steuervorteile, sondern es findet bei Auszahlung eine Ertragsbesteuerung. Das bedeutet, dass alles Geld, was du privat einzahlst, nicht steuerlich absetzbar ist und bei Entnahme ca. 17 % besteuert werden (immerhin, statt 25 % Kapitalertragssteuer). Trotzdem bleibt die Einschränkung der lebenslangen Verrentung des Großteils des Vertragsguthabens.

Existiert eine Holding, ist die beste Möglichkeit, die bAV auf die diese zu übertragen. Allerdings muss dafür ein Anstellungsverhältnis vorliegen. Wenn in der Holding nur ein ETF-Depot liegt und sonst nur der Jahresabschluss anfällt, könnte sich ein Geschäftsführer-Gehalt als nicht fremdüblich herausstellen. Auf der anderen Seite gibt es eine Angemessenheitsgrenze für bAV-Bezüge: Diese sollten nicht mehr als 75 % des Aktivlohns ausmachen. Ein einfaches Gehalt von 1.000 Euro als Verwalter des eigenen Vermögens erfüllt aus unserer Sicht aber alle Bedingungen. 

Ohne Holding bleibt in der Regel nur die Beitragsfreistellung. Dann ist auch nicht mehr mit einer effektiven Geldanlage zu rechnen, weil die Fixvertragskosten bei so kurzer Einzahlung überproportional wirken. Nur wenn ein weiteres unternehmerisches Vorhaben folgt, kann der Vertrag so fortgeführt werden. 

Wenn es wieder in eine Anstellung geht,  kann lediglich der Vertragswert der GGF bAV auf eine etwaige neue Mitarbeiter-bAV übertragen werden, die dann über den neuen Arbeitgeber weiter bespart wird. Nachteil dabei: Aufgrund der bei Mitarbeiter-bAVs oft vorgesehenen Beitragsgarantie, wird das bis dato voll in ETFs investierte Vermögen teilweise in das ertragsarme Sicherungsvermögen des Versicherers umgeschichtet. 

Dazu kommt, dass wir von vielen Mitarbeiter-bAVs ganz abraten würden. In dem Fall wäre eine Rüruprente auf privater Ebene von Vornherein die bessere, unkompliziertere Wahl gewesen. 

Marktvergleich bAV-Tarife für GGF

Kommt jetzt noch eine Direktversicherung infrage, weil eine Holding vorhanden ist, oder langfristig ausschließlich unternehmerische Tätigkeit geplant ist, bleibt die Frage der Tarifauswahl und -gestaltung. 

Wichtig sind natürlich Kosten. Ebenso relevant ist jedoch Vertragsgestaltung sowie Fondsauswahl. Als Honorarberater raten wir bei aufgeklärten Interessenten von Provisionstarifen ab (ebenso von Honorartarifen mit horrenden Vermittlungshonoraren). In der Übersicht sind ausschließlich provisionsfreie Nettopolicen dargestellt. Wir berechnen für die Vermittlung pauschal 1.000 Euro plus 180 Euro Stundensatz für individuelle Beratung. 

Beispiel

  • Geschäftsführer, Geburtsjahr 1993
  • Einzahlung des vollen geförderten Beitrags von 676 Euro:
  • Keine/minimale Beitragsgarantie (Geld ist voll in Aktien-ETFs investiert)
  • Angabe der Effektivkosten bei möglichst günstiger Fondsauswahl für ein weltweites Portfolio
  • Rendite nach Fondskosten 6 % p.a.




Möchtest Du dein Vermögen strategisch aufstellen?

Suchst du einen unabhängigen Sparringspartner? Ich biete ein kostenfreies Erstgespräch an zum persönlichen Kennenlernen. 

Buch dir rechts deinen Termin. 


Ich freue mich, dich kennenzulernen. 


Dein Niklas Krämer

weitergedacht. Anlageberatung